Wassereis

Ob nun die Chinesen bereits vor über 5.000 Jahren oder etwas später die Griechen das erste Wassereis aus Schnee, vermischt mit Honig, gestampften Früchten, Wein und Gewürzen als Geschmacksverstärker, kreierten, ist bis heute strittig. Die Chinesen experimentierten später mit Milch, während die Griechen das Fruchtmus lediglich durch Fruchtsaft ersetzten und so am Urwassereis-Konzept festhielten. Von Hippokrates, Alexander dem Großen und etlichen römischen Kaisern ist ihre Leidenschaft für das „Gletscher-“ oder „Schnee-Eis“ überliefert. Kreuzfahrer lernten es als „Scherbett“ bei den Arabern schätzen und machten die köstliche Erfrischung in ihren Heimatländern ebenso publik wie Marco Polo, der zudem die mittlerweile von den Chinesen praktizierte Kühlung mit Salpeter erlernt hatte.

Mit der Erfindung einer Kältemaschine beendete Carl von Linde 1876 die elitäre Ära dieses Eisgenusses. Konnten sich bisher nur Wohlhabende den Verzehr der eisigen, in unterirdischen Gewölben, Felskellern und Stollen gelagerten Köstlichkeit leisten, machte die nun stattfindende Massenproduktion das Wassereis der ganzen Bevölkerung zugänglich. Die von Frank Epperson 1923 patentierte amerikanische Methode, Eis an einem schlichten Holzstab zu fixieren, nannte er „Eppsicle Ice Pop“. Daran erinnert noch der heutige US-Wassereis-Markenname Popsicle.

Diese „ice lollipops“ waren in den 50er Jahren in Deutschland ausschließlich in der Geschmacksrichtung Orange („Capri“) und als Doppelsäule an zwei Stielen, ähnlich dem heutigen „Twinni“, bekannt. In den 1970er Jahren war der mittlerweile kultige, wie eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger gestaltete, mehrfarbige „Flutschfinger“ so beliebt, dass das Eishändchen am Stiel in Schwarzrotgold ein Comeback zur Fußball-Weltmeisterschaft 2012 erlebte. In puncto Formen und Geschmacksrichtungen waren und sind die Hersteller von Wassereis äußerst kreativ und bescheren mit ihren bunten, fruchtig-süßen und eiskalten Produkten Erwachsenen und Kindern erfrischende Momente ohne schlechtes Gewissen.

Wassereis Zutaten

Ein Blick auf die Bestandteile der Wassereis-Arten Wassereis, Fruchteis (nicht Fruchteiscreme), Sorbet und Granita macht deutlich, warum dieses Eis als ungefährlich für die Figur, als bekömmlich und recht gesund gilt. Die Basis ist immer ausschließlich gefrorenes Wasser. Niemals werden Milchprodukte, auch nicht anteilig, verwendet. Dem Wasser, das Magnesium und Kalium enthält, wird Fruchtsaft, Fruchtmark oder Fruchtsirup, teils mit Fruchtanteilen, hinzugefügt. Dadurch gelangen, neben etwas Zucker, der eine zu harte Kristallisierung verhindert und als Energielieferant fungiert, auch Vitamine in die Masse. Der Gehalt an zusätzlichen geschmacksgebenden und süßenden Hilfsstoffen (Zitronensäure, Aroma- und Farbstoffe) ist auf 12 % an der Trockenmasse festgeschrieben. Der Fruchtanteil beim Fruchteis liegt bei 20 %. Aufgrund des höheren natürlichen Säuregehalts sind bei Zitrusfrüchten 10 % ausreichend. Das Sorbet liegt mit 25 % Fruchtanteil, bei den Sorten aus Zitrusfrüchten mit 15 % noch leicht über dem Fruchteis. In geringem Umfang kann noch Fett (meist pflanzlich und maximal 3 %, also extrem wenig Kalorien) enthalten sein.

Wassereis Arten

Zum „who is who“ der Wassereis-Arten zählt in erster Linie das schlichte Wassereis am Stiel als ideales „ice to go“.

Ebenfalls schnell und sauber zwischendurch zu schlecken sind Wassereis Refresher, aufgepeppt mit Knisterbrause oder Crispies sowie „coole shots“ (Perlen in wiederverschließbarer Verpackung).

Zum Selbstläufer entwickelten sich die Eisstangen im Schlauch, eingefroren zum Direktverzehr oder flüssig zum Selbsteinfrieren geeignet. Dieses Eis im Schlauch wird im Fachjargon der gefrierbaren Kaltgetränke als „Schleckdrink“ geführt, was den Inhalt im engeren Sinn als Granita, einer ohne Rühren angefrorenen Eismasse, outet.

Die klassische Granita oder Gramolata wird löffelweise abgeschabt, dem Gast aber mittlerweile meist bereits fein gehackt im Becher oder Glas gereicht. Dieser italienischen Wassereis-Variante nachempfunden sind auch „Kratzeis“, „Kakigori“ und „Slushys“.

Das Sorbet hat als Dessert und als Zwischengabe einer Menüabfolge eine gehobene Position unter den wasserbasierten Eis-Arten inne. Statt Fruchtsaft wird für Sorbets zu besonders feierlichen Anlässen gern mal Wein, Sekt oder gar Champagner verwendet. Als bisher einzige Wassereis-Art ist Sorbet in jüngster Zeit auch als salzige Variante (Meerwasser-Sorbet mit Austern) oder in Kräuter-Versionen (Basilikum-Sorbet) erhältlich.

Wassereis Geschmacksrichtungen

In der Geschmacksvielfalt zieht das Wassereis längst mit dem Milcheis gleich. Zu den beliebtesten Sorten zählen (pur oder im Mix) Erdbeere, Himbeere, Orange, Pfirsich-Maracuja, Cola, Waldmeister, Pfefferminz, Kirsche, Cassis, Zitrone, Limette (Lemon), Apfel, Melone, grüner Tee, Litschi und Cocktail-Mischungen wie Blue Hawaii mit Curaçao.

Eis exklusiv vom Würstchengrill?

Ja, das gibt es tatsächlich. Was der Belegschaft lieb und teuer ist, wird auch unseren Kunden eine Freude bereiten, sagte sich die Geschäftsführung des bekannten „Bratwursthäuschen am Engelbertbrunnen“ in Bochum (beste Currywurst Deutschlands) und legte einen Sommer lang jeder Online-Bestellung ihrer Würste und Saucen ein Geschenk bei, einen „Vrieslolli“. Frei von Konservierungs-und Farbstoffen, aber offensichtlich mit einem geschmacklichen Suchtpotential ausgestattet, ist das holländische Wassereis heute fester Bestandteil im Warensortiment des Bratwursthaus-Onlineshops und nur hier exklusiv erhältlich unter http://www.bratwursthaus.com/wassereis